Tipps & Hilfestellungen

Selbstbewusstsein stärken

Selbstbewusstsein heißt, dass man von seinen Fähigkeiten und seinem Wert als Person überzeugt ist. Manche sagen, dass es der Weg zur mentalen und emotionalen Freiheit sei. An Deinem Selbstbewusstsein kannst Du arbeiten. Bevor es losgeht, lass uns erstmal versuchen zu verstehen, wie Selbstbewusstsein entsteht und wozu wir es brauchen.

Fangen wir mit drei Fragen an. Versuche Dir diese selbst zu beantworten. Wenn Dir das schwer fällt, dann bitte eine*n Freund*in nach Unterstützung. Wichtig ist hierbei, dass es kein Richtig und kein Falsch gibt. Lasse Dich auf alle Antworten, die Dir in den Sinn kommen ein.

Wer bin ich?

Was kann ich?

Was bin ich wert?

Außerdem setzt sich das Selbstbewusstsein aus den folgenden Aspekten zusammen:

  • Selbsterkenntnis: „Das bin ich.“
  • Selbstakzeptanz: „Ich bin gut.“
  • Selbstannahme: „Ich mag mich.“
  • Selbstliebe: „Ich liebe mich.“
  • Selbstwirksamkeit: „Ich kann das.“
  • Selbstsicherheit: „Ich schaffe das.“
  • Selbstglaube: „Es wird mir gelingen.“
  • Selbstkontrolle: „Ich habe mich im Griff.“
  • Selbstverantwortung: „Ich bin Frau*Herr über mein Leben.“
  • Selbstachtung: „Ich respektiere mich.“

Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen sind nicht dasselbe. Das Selbstbewusstsein bezieht sich auf das Jetzt und das Selbstvertrauen bezieht sich auf die Zukunft. 

Das Selbstwertgefühl hingegen setzt sich aus dem eigenen Selbstbild und aus der Rückmeldung anderer zusammen. An dem Selbstbild, also dem rechten Teil der Grafik, kannst Du selbst arbeiten. Die Rückmeldung anderer kannst Du schwer bis gar nicht beeinflussen. Solltest Du Menschen in Deinem Umfeld haben, die Dir nicht gut tun, dann können Dir diese Tipps zum Thema Gewaltfreie Kommunikation helfen, um das zu ändern. Oder versuche Dich von diesen Menschen zu distanzieren.

Woran Du eine Selbstsichere Person erkennst und was du für Dich mitnehmen kannst

SorgstDuDich – Selbstsicherheit

Machen wir weiter und schauen uns an, woran man eine selbstbewusste Person erkennt. Vielleicht fallen Dir Dinge auf, die Du schon machst oder was Du leicht ändern kannst. 

Selbstsichere Ausstrahlung

Das kannst Du an der Körpersprache erkennen. Erkennbar sind eine offene Haltung und ein direkter anhaltender Blickkontakt. Versuche, Deinen Blick aufzurichten und Deine Schultern gerade und locker zu halten. Wenn es Dir schwer fällt, Deinem Gegenüber in die Augen zu schauen, dann kann es Dir helfen, auf den Nasenrücken zwischen den Augen Deines Gesprächspartners zu schauen. Dieser nimmt das so wahr, als ob Du ihm in die Augen schauen würdest.

Das Glauben an die eigenen Kompetenzen

Lerne Deine Stärken und Talente kennen. Das können auch kleine Dinge sein, die aber eine große Wirkung haben können. Notiere Dir Deine Stärken oder frage Bekannte, ob sie Dir welche nennen können, damit Du Dir dessen bewusst wirst. Dahinter steht die Einstellung: „Ich kann etwas besonderes, und ich kann – zurecht – stolz darauf sein.“

Das Glauben an die eigenen Ziele

Glaube an Deine eigenen Ziele! Natürlich kannst Du die Ziele auch immer mal überprüfen, ob sie Dir noch entsprechen. Manchmal ändern sich Lebensumstände und die eigenen Einstellungen, sodass auch Ziele angepasst werden müssen. Ein Ziel zu erreichen sollte niemals wichtiger sein, als der Sinn dahinter.

Das Eintreten für sich selbst

Du darfst offen Deine eigene Meinung sagen und dazu stehen, auch wenn Du damit mal alleine dastehst. Es ist normal, dass es unterschiedliche Meinungen gibt. Wichtig ist nur, dass wenn Du für Dich und Deine Meinung einstehst, und einmal falsch gelegen haben solltest, dass Du dies reflektierst und offen zugibst. Eine Meinung zu ändern, nachdem Du beispielsweise neue Informationen bekommen hast, zeugt von größerer Stärke als blind daran festzuhalten.

Das Zugehen auf andere Menschen

Probiere, auf fremde Menschen zuzugehen und Kontakte zu knüpfen. Dabei können Dir Apps helfen, die Menschen mit gleichen Interessen zusammenbringen, aber auch zum Beispiel ein Verein.

Selbstsicherheit hat nichts mit Überheblichkeit zu tun. Überheblich ist eine Person dann, wenn sie sich als eine bessere Person wertet. Es kann sein, dass Du in manchen Dingen mehr Fähigkeiten besitzt. Dafür ist Dein Gegenüber in anderen Dingen besser. Signalisiere daher nach außen hin nicht, dass Du etwas Besseres bist, sondern dass Du an Deine eigenen Fähigkeiten glaubst.

Gib Dir außerdem Zeit, das neu Gelernte umzusetzen. Dein Mindset und Deine dauerhaften inneren Glaubenssätze zu ändern und anzupassen, sodass es Dir gut geht, braucht Übung und Geduld. 

Du bist nicht alleine. 

Es gibt viele Menschen, die unter einem geringen Selbstbewusstsein leiden und im Alltag kämpfen, um ihre Bedürfnisse zu wahren. Häufig sind der Grund dafür zwei Ängste. Das ist die Angst, abgelehnt zu werden und die Angst, zu versagen. 

Dadurch entsteht Unsicherheit, die das eigene Verhalten stark beeinflusst. Denn dann ist man angewiesen auf eine kontinuierliche Rückversicherung, Bestätigung und Anerkennung von außen. Das macht das eigene Selbstbild instabil und anfällig für Manipulationen.

Neben Angst ist zu starke Selbstkritik ein Grund für ein geringes Selbstbewusstsein. Für beides wollen wir Dir ein paar Tipps mit auf den Weg geben.

  1. Stelle Dich Deiner Angst
    • Versuche, Deine Komfortzone zu verlassen. Je häufiger Du das übst, desto leichter wird es.
  2. Erlaube Dir Fehler zu machen
    • Es ist in Ordnung, Fehler zu machen. Wenn Du einen Fehler machst, dann versuche nicht, Dir Vorwürfe zu machen, denn so fütterst Du Deine Selbstzweifel. Versuche vielmehr herauszufinden, wie der Fehler passiert ist und versuche daraus zu lernen. Traue Dir selbst mehr zu und toleriere Deine Fehler.
  3. Fühle Dich wohl
    • Wenn Du Dich wohl fühlst, entsteht eine Zufriedenheit mit Dir selbst. Das beeinflusst Dein Selbstbewusstsein positiv. Achte hier sowohl aufs Innere wie auch aufs Äußerliche. Achte bei allem was Du tust darauf, wobei Du Dich wohl fühlst, was Dir Energie gibt und wo Du die Zeit um Dich herum vergisst.
  4. Lache über Dich selbst
    • Wenn Du bei Fehlern auch einmal über Dich selbst lachen kannst, dann wirkst Du nicht nur selbstbewusst, sondern auch sympathisch und offen. Bleibe hier aber Du selbst. Lache niemals, weil Du das Gefühl hast, lachen zu müssen. Höre auf Dich und Deine Gefühle, sei aber nicht zu streng mit Dir selbst.
  5. Machen Dir selbst Komplimente
    • Nimm Dir ein Zeitfenster vor, z.B. 2 min, indem Du privat und ungestört bist. Stelle Dir einen Timer, sodass Du nicht die ganze Zeit auf die Uhr schaust. Stelle oder setze Dich mit einer aufrechten Körperhaltung vor den Spiegel und sage Dir selbst, was Du heute gut gemacht hast. Suche Dir weitere ehrliche Komplimente, die Dir ein gutes Gefühl geben. Schön sind Komplimente, die verhaltensbasiert sind und nicht nur auf Oberflächlichkeiten abzielen. Die ersten Male, die Du das machst, wirst Du Dir sicherlich komisch vorkommen. Aber Dir kann nichts passieren. Es ist niemand da, der oder die über Dich urteilt. Wiederhole diese Übung regelmäßig und reflektiere nach zwei Wochen, ob Dir das gut tut.
  6. Nehme Komplimente an
    • Genauso wie Du lernst, Dir selbst Komplimente zu machen, solltest Du auch lernen, Komplimente von anderen anzunehmen. Löse Dich von der Idee, dass diese Person gar nicht die Kompetenz dazu hat, etwas als gut anzusehen oder, dass die Person das nicht so gemeint, sondern es nur deshalb gesagt hat, um Dir gut zuzureden. Lerne, das Kompliment anzunehmen. Zum Beispiel mit einem ernst gemeinten “Danke, ich finde es schön, dass Du das sagst.”
  7. Verbessere Deine Körpersprache
    • Wie wir schon gelernt haben, ist die Körpersprache ein Kennzeichen dafür, ob jemand selbstbewusst ist. Dies beeinflusst auch Deine Mitmenschen im Umgang mit Dir. Stehe schulterbreit mit festem Stand. Richte Deinen Blick hoch und ziehe Deine Schultern zurück und runter. Zusammengefasst: Richte Dich auf. Vielleicht kannst Du Dir vorstellen, dass Du schwere Flügel an den Schultern trägst, Die Dich aufrichten.
  8. Stehe zu Deinen Wünschen und Erwartungen
    • Wünschst Du Dir etwas, was Du zum Beispiel mal unternehmen möchtest, oder etwas, was Du an einer Situation ändern möchtest? Dann sprich es an. Es ist wichtig, dass Du Dich selbst respektierst und für Deine Bedürfnisse einstehst. Wer soll es sonst tun, wenn nicht Du? Finde mit Deinem Gegenüber Kompromisse, mit denen auch Du zufrieden bist. 
  9. Vergleiche Dich nicht
    • Lerne auf Deine eigenen Fortschritte zu achten und schaue nicht darauf, was die anderen geschafft oder auch nicht geschafft haben. Versuche stolz auf jeden einzelnen Deiner Schritte zu sein, und auch den Fortschritt von anderen positiv anzuerkennen. Vielleicht kann Dich der Erfolg einer anderen Person ja sogar motivieren oder inspirieren. 
  10. Nimm Kritik nicht persönlich
    • Versuche darauf zu achten, woher die Kritik kommt und schaue, dass Du diese konstruktiv und nicht persönlich annimmst. Denke über diese nach und wenn Du Dir später die Kritik nicht erklären kannst, dann frage noch einmal nach. Nutze Kritik, um an Dir selbst zu arbeiten. In der Regel sollte uns Kritik von Menschen, die uns gar nicht kennen, weitaus weniger bedeuten, als Kritik von vertrauten Personen. Bei diesen Personen wissen wir nämlich, dass die Kritik darauf abzielt, uns weiterzuentwickeln und nicht uns zu maßregeln oder herunterzuspielen.
  11. Umgib Dich mit den richtigen Menschen
    • Wie bereits erklärt, setzt sich das Selbstwertgefühl aus dem Selbstbild und der Rückmeldung anderer zusammen. Sollte es Personen in Deinem Umfeld geben, die Dir dauerhaft unkonstruktive Rückmeldung geben, dann teile diesen Personen mit, dass Dir das nicht gut tut und Du in Zukunft auf solch eine Art Feedback verzichten wirst. Umgib Dich mit Menschen, denen Du vertrauen kannst und die Dich dabei unterstützen Dein Selbstbewusstsein und Deine Fähigkeiten zu stärken. 
  12. Feiere Deine Erfolge
    • Setze Dir kleine Ziele und feiere auch kleine Erfolge. Du hast Dich überwunden und an diesen Themenfeldern gearbeitet. Das darf gefeiert werden. Sei stolz auf Dich. Belohne Dich dafür gerne selbst. Vielleicht mit einem leckeren Essen, Kinokarten oder einer anderen schönen Kleinigkeit, über die Du Dich freust.

Gesundes vs. ungesundes Selbstbewusstsein

Zuletzt solltest Du noch zwei Arten des Selbstbewusstseins unterscheiden. Zu Beginn haben wir Dir gezeigt, dass es Dir hilft, selbstbewusst zu sein. Es stärkt Dich privat wie auch beruflich. 


Die andere Seite des Selbstbewusstseins ist Dein Ego, welches sich vom Neid oder der Bewunderung anderer ernährt und extrem empfindlich auf Kritik reagiert. Arroganz und Selbstgefälligkeit sind die Folge von einem zu ausgeprägten Ego. Sobald es Dir mehr um die Reaktion der anderen geht und weniger um Deine ganz persönliche Sicht auf Deine Handlungen, ist das ein Zeichen dafür, dass Du für Dein Selbstbewusstsein eine ungesunde Haltung etablierst. Mache Dir also bewusst, ein ernst gemeintes Kompliment von einer vertrauten Person ist sehr viel mehr wert, als blinde Bewunderung oder Bestätigung von vielen Dir eigentlich unbekannten Personen.

DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner