Tipps & Hilfestellungen

Suche das Gespräch mit einer betroffenen Person

Manchmal erkennen Angehörige die Symptome einer psychischen Erkrankung. Wir haben Dir hier ein paar mögliche Empfehlungen zusammengestellt, wie Du mit einer betroffenen Person umgehen kannst.

Psychische Erkrankungen haben unendlich viele verschiedene Erscheinungsformen. Dieselbe Erkrankung kann bei zwei Personen sogar gegensätzliche Symptome aufzeigen. Es gibt Menschen, denen man eine depressive Phase anmerkt, bei anderen würden wir es gar nicht erkennen.

Eine Depression ist eine Erkrankung der Seele und schränkt die Betroffenen, und oft auch Angehörige, im Alltag ein. Eine wichtige Erkenntnis ist, dass wir Menschen nicht einfach depressiv sind, sondern wir reagieren depressiv auf eine Lebensweise oder Erfahrungen, die uns nicht entsprechen, die uns überlasten oder die uns nicht gut tun. 

Wenn Du Symptome erkennst, die länger als zwei Wochen spürbar anhalten, ist es Zeit sich ärztlichen Rat einzuholen. Menschen mit einer Depression entwickeln schnell Schuldgefühle und die Sorge, anderen zur Last zu fallen. Das ist nicht nur bei Freunden im Umfeld der Fall, sondern bezieht sich auch auf Ärzte. So kann der Gedanke aufkommen, dass es anderen Betroffenen schlechter geht, dass die Symptome nur eine Einbildung sind oder die Sorge davor, nicht ernst genommen zu werden. Diese Gedanken führen dazu, erst gar nicht zum Arzt zu gehen. Versuche, Dein Gegenüber daher zu ermutigen und auf ihn oder sie zuzugehen, indem Du Deine Sorgen äußerst. „Ich habe das Gefühl, dass Du keine Freude mehr hast, was können wir gemeinsam tun?“ Biete Deine Hilfe an, ohne dabei Druck aufzubauen.

Tipps für den Umgang mit einer betroffenen Person

  1. Gib am besten keine Ratschläge, sondern höre einfach nur zu, wenn sich die Person öffnen möchte und biete Unterstützung an. Überlasse die weitere Hilfe einer professionellen Stelle mit therapeutischem Hintergrund.
  2. Versuche die betroffene Person nicht zu verurteilen und lasse Dich nicht zu schnell abweisen. Vielleicht braucht es ein paar Anläufe, bis deine Sorge bei Deinem Gegenüber wirklich Anklang findet. Angehörige brauchen häufig viel Geduld.
  3. Als Angehörige kann uns die Sorge verfolgen, etwas falsch zu machen und dabei etwas in den Betroffenen auszulösen. Eine Geste, eine Betonung oder ein Wort. Auch die Sorge um das Wohlbefinden und die Dauer der Erkrankung können Angehörigen viel Energie rauben. Achte daher auch auf Deine eigenen Warnsignale. Nimm Dir eine Auszeit, ein freies Wochenende oder Ähnliches. Wenn Du Dir eine solche Auszeit nimmst, kommuniziere das ruhig frühzeitig, damit sich die betroffene Person darauf einstellen kann und sich nicht abgewiesen fühlt. 
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